Kampf der Giganten: Android vs. iPhone Teil 2

by ischroedi on 16. August 2010

Teil 2: Die Kontrahenten kloppen sich um die Flash-Kompatibilität

Apple vs. Adobe: Schlammschlacht im großen Stil

Im April 2010 schrieb Steve Jobs einen offenen Brief, in dem er Stellung bezog zu der Schlammschlacht, die zwischen Adobe und Apple im Gange ist, seitdem das iPhone auf den Markt kam. Das Apple-Smartphone bietet keine Unterstützung für das gängigste Videoformat im Netz – was sowohl bei den Nutzern, als auch beim Entwickler der Flash-Software natürlich nicht gerade Freudensprünge verursachte. Großes Aufhebens wurde um diese Blockade gemacht – für die Steve Jobs sich mit seinem letztgültig klingenden Brief ausführlich rechtfertigte.

Flash fliegt aus dem Apfelparadies

Flash sei technisch veraltet und vorallem proprietär, schreibt der Apple-Chef nach einer leicht großkotzigen Einführung, in der er besonders hervorhebt, dass die beiden Firmen einst ja so gut zusammengearbeitet haben – und der Leser wird das Gefühl nicht los, dass die Schuld für das Ende des „goldene Zeitalters“, von dem Jobs berichtet, nicht auf Seiten seiner Firma zu suchen sei. Ein gewisser Subtext drängt sich auf: Dass es nämlich einzig und allein Adobes Schuld sei, dass es kein Flash auf mobilen Apple-Geräten gibt. Wer nicht spurt und brav dem gusto des Apple-Chefs hinterherprogrammiert, wird kurzerhand aus dem Apfelparadies geworfen.

Apple und das Geben und Nehmen

Jobs bemängelt die fehlende Offenheit des Adobe-Produkts – ein Vorwurf, der auch seinen Produkten gemacht werden könnte; deshalb zögert er auch nicht zu betonen, dass auch die Betriebssysteme seiner Firma zwar auch proprietär seien – aber dafür auf offene Standards wie HTML5, CSS und JavaScript setzen. Ein guter Witz, wie ich finde. Wie soll Apple denn nicht auf diese Technologien setzen? Ohne diese Technologien könnte Apple gleich jede Form von Internet-Funktionalität von ihren mobilen Endgeräten streichen. Natürlich setzt Apple auf HTML5, CSS und JavaScript: sonst müssten sie ja gleich das Internet neu erfinden.

Apple nimmt lieber

Von Offenheit ist bei Apple keine Spur; Offenheit ist da zu spüren, wo sich mit ihr Geld verdienen läßt, wie zum Beispiel dem App-Store für das iPhone. Da werden den fleißigen Entwicklern natürlich offene Werkzeuge an die Hand gegeben, um ordentlich Kohle für das Apple-Imperium scheffeln zu können.
Die Flash-Technologie mag veraltet sein; es mag bessere Alternativen wie das h.264-Format geben; und doch kann ein Unternehmen wie Apple, das Millionen und Abermillionen von Nutzern auf der Welt mit mobilen Endgeräten versorgt, nicht einfach so einen wesentlichen Teil des Internets blockieren, bloss weil Steve Jobs andere Technologien für zukunftsträchtiger hält.

Dafür gibt’s Haue

Eine fiese, wirtschaftlich motivierte Einschränkung der Nutzer – für die Apple und das iPhone in der ersten Runde unseres Kampfs der Giganten ordentlich auf die Mütze bekommt; das offene Betriebssystem Android entscheidet diese Runde mit einem saftigen Knockout für sich. Die Fleisch gewordene Idee offener Software tänzelt um einen satten und zu stolz gewordenen Apfel herum, holt aus zu einem mächtigem linken Haken: und schickt das iPhone auf die Bretter. Bleibt gespannt, wer die zweite Runde für sich entscheiden kann!

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